Künstlerhaus Dortmund
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blind spot

Geräusch und Klang im Raum

2. September - 8. Oktober 2017

Im Fokus der Ausstellung stehen Klanginstallationen, die unterschiedliche Möglichkeiten der synästhetischen Wahrnehmung eröffnen. Das Hörbare und das Visuelle verschmelzen gleichberechtigt und symbiotisch zu raum-zeitlichen Ereignissen, deren variable Ausprägungen und prozesshaft Strukturen nicht zuletzt von Zeitpunkt und Position des Besuchers im Raum abhängen.


Eröffnung am Freitag, den 01.09.2017


Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Anja Erdmann (Weimar)
Miriam Hamann (Wien, Österreich)
Christoph Illing (Berlin)
Martina Lussi (Luzern, Schweiz)
Evgenija Wassilew (Berlin)
Achim Zepezauer (Dortmund)



Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen:

02.09.2017, 16 - 18 Uhr

listening - zuhören
Workshop mit Klankünstler Marcus Beuter für Jugendliche und Erwachsene
Wir können unsere Ohren nicht schließen. Aber was hören wir? Eine Einführung in die Welt des Zuhörens. Mit praktischen Übungen.
Anmeldung bis 01.09.2017 unter workshop@gegenort.com

02.09.2017, 18:30 - 19:30 Uhr

Kuratorinnenführung:
Führung mit der Kuratorin Denise Ritter und den Künstlern

02.09.2017, 20 Uhr

Installative Performance & Experimentelle Musik
mex Konzert im Rahmen der Ausstellung "blind spot"
in Kooperation mit mex (www.mexappeal.de)
mit Marcus Beuter (Bielefeld) & Anja Erdmann (Weimar), Julia Bünnagel (Köln)
> mehr (auf der mex Website)

16.09, 23.09. & 24.09.2017, 11 - 16 Uhr

robot sounds
Film- und Klangworkshop mit der Künstlerin Dagmar Lippok und dem Filmemacher und Kameramann Björn Leonhard für Kinder und Jugendliche von 10 - 14 Jahren (im Rahmen von „Kulturrucksack NRW“)

23.9.2017, 17 - 22 Uhr

Dortmunder DEW21-Museumsnacht
Kurzführungen zu jeder vollen Stunde



Anja Erdmann


Raumsucher (Licht- und Klanginstrumentarium)

Motoren als Klangerzeuger und Leds als Beleuchtungselemente entwickeln mittels digitaler Steuerung ein zeitlich strukturiertes Bewegungsszenario. Auge und Ohr werden dabei zugleich angeregt und formulieren ein Wechselspiel visueller und akustischer Reize.
"Raumsucher" experimentiert mit der Differenz zwischen Objekt und Projektion, Konstruktion und Imagination. Eine Suche nach Perspektiven von Raumwahrnehmung.
anja-erdmann.de



Miriam Hamann


3’2,2m3 (Klanginstallation, verzinkter Stahl, Ventilatoren, Arduino, Relais)

Die Arbeit 3'2,2m3 resultiert aus einer Auseinandersetzung mit der skulpturalen Objekthaftigkeit alltäglicher Gegenstände und der Funktion von Klang als immateriellem Material. Aus Lüftungsschächten geformte Objekte rufen zunächst den Eindruck einer rein skulpturalen und statischen Arbeit hervor. Doch in den einzelnen Lüftungskanälen sind Überdruckklappen eingebaut, deren Lamellen durch angesteuerte Ventilatoren in Bewegung gesetzt werden. Diese Steuerung variiert und wird wie eine Komposition eingesetzt.
miriamhamann.com



Christoph Illing


Brain Decomposition | Sound Installation 1 (Klanginstallation) von Christoph Illing und Titus von der Malsburg
Foto: Myriam Holme

"Brain Decomposition | sound installation 1" vermittelt die räumliche
Beschaffenheit von Gehirnströmen. Durch die mehrkanalige Komposition werden Aufnahmen von Gehirnströmen in ihrer Räumlichkeit im Schädel hörbar. Die Aufzeichnungen stammen aus einem sprachwissenschaftlichen Experiment, bei dem 30 am Schädel befestigte Elektroden als Klangquellen dienen. (Komposition produziert im ZKM, Institut für Musik und Akustik und im Studio für Elektronische Musik der TU Berlin, Fachgebiet Audiokommunikation)
sinuous.de



Martina Lussi


Komposition für einen Kreis (Klanginstallation, Stereo-Audiofile - 12 Min., 2 Sek., iPod, Kopfhörer, Profilscheinwerfer)

Mitten im Ausstellungsraum befindet sich ein Scheinwerfer, welcher einen Lichtkreis auf den Boden projiziert. An der Wand hängt ein Kopfhörer mit iPod, daneben ein Schild mit dem Titel der Arbeit und einer Anweisung an den Besucher: "Setze den Kopfhörer auf und starte das Stück auf dem IPod. Gehe gegen den Uhrzeigersinn auf dem Umriss des projizierten Kreises bis das Stück zu Ende ist." Aus Aufnahmen der elektrischen Gitarre entstand eine ruhige, sphärische Komposition, welche mittels versetzter Wiederholungen immer wieder neue Soundstrukturen generiert.
martinalussi.ch



Evgenija Wassilew


Tempest Tunes (Klanginstallation, Glas, Aluminium, Audio, Player)

Verschieden lange Glasrohre wurden bei einer Fahrtbeschleunigung bis auf 220 km/h aus dem Fenster eines Autos heraus in den Wind gehalten, womit der Gegenwind die Geschwindigkeit eines Orkans erhielt. Die Wucht des Windes lenkte die Tonfolgen vom Pfeifen und windschlagartigen Geräuschen bis hin zum Übersteuern des im Inneren des Glasrohrs fixierten Mikrofons. Winzige Lautsprecher spielen die Klänge und Geräusche in den Glasrohren wieder ab. Sie werden durch Aluminiumrohre gestützt und mithilfe von Fäden an der Decke im Raum ausbalanciert. Wie visuelle und akustische Graphen im Raum greift die Installation die physische Instabilität der Aufnahmesituation wieder auf.
evgenija-wassilew.com



Achim Zepezauer


Cardtalk Cutting Lathe (Schneidemaschine & Plattenspieler aus Karton mit recycelter CD), Foto: André Symann

Die "Cardtalk Cutting Lathe" ist eine Maschine, mit der Sprache auf die Rückseite von ausgedienten CDs geschnitten werden kann. Die fertigen Exemplare können auf normalen Plattenspielern abgespielt werden. Die Verpackung ist allerdings ebenfalls ein stromloser Phonograph aus Karton, der in den 1960ern von Missionaren eingesetzt wurde.
kuhzunft.com



Konzept und Organisation: Denise Ritter
Abbildungen Werke ©: die KünstlerInnen
Fotos Eröffnung ©: Jens Sundheim

Freundlich unterstützt durch:
Kulturbüro Dortmund, Sparkasse Dortmund, DEW 21, DEGEM (Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik), BerlinerLuft, SeaM Weimar (Studio für Elektroakustische Musik Weimar)