Künstlerhaus Dortmund
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DAS FENSTER ZUM CODE

Wahrnehmung und Illusion im postdigitalen Zeitalter

2 December 2017 - 14 January 2018

Eröffnung am Freitag, den 1. Dezember um 20 Uhr
mit der Performance all colours are beautiful von Lisa Tschorn
und einem Konzert von Raoul Morales-Marquez



Immersive Technologien generieren unsere Welt zum digitalen Gesamtkosmos, unsere Wahrnehmung wird erweitert und entfremdet uns von der physisch-analogen Wirklichkeit. Im Rahmen des Seminars „Das Fenster zum Code“ an der Kunstakademie Münster haben sich Studierende mit der Geschichte des Bildermachens beschäftigt um einen erweiterten Blick auf aktuelle artifizielle Bildwelten zu erlangen. So wie Leonardo Da Vinci zum Zeichnen eine Camera Obscura verwendete, erforschte René Descartes mit ihr das Zusammenspiel von Auge und Bewusstsein – das Cyclorama kann rückblickend als Vorläufer von VR-Videos gesehen werden. Vor diesem Hintergrund haben die Studierenden die Entwicklungen virtueller Realität hinterfragt und neue künstlerische Arbeiten entwickelt, die sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit und dem Einfluss virtueller Spielräume beschäftigen und in Gedankenexperimenten einladen, den Fragen nach den ambivalenten Auswirkungen digitaler Scheinwelten nachzugehen.

Kuratiert von Johanna Reich und Adriane Wachholz

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Katharina Sophie Heck
Judith Kaminski
Juli Lee
Tamara Malcher
Raoul Morales-Marquez
Cristina Prims Vicario
Lioba Schmidt
Veronika Simmering
Lisa Tschorn



Eröffnungsabend




 

Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen:

Sa. 2.12.2017, 15:00 – 19:00 Uhr
DAS FENSTER ZUM CODE – analog vs. digital
Workshop für Kids von 6 bis 12 Jahren
Anmeldung bis 30.11.2017 unter edu@adrianewachholz.de

So. 14.01.2018, 17:00 Uhr
Finissage mit Künstlerinnenführung



Katharina Sophie Heck (* 1993 in Marburg/Lahn)

Ausgangspunkt der Objekte, Installationen und Druckgrafiken von Katharina-Sophie Heck ist sprachlicher Stoff. In der Arbeitsweise der Künstlerin folgt der Montage von sprachlichem Material, die Konstruktion von Objekten mit Bau-, Alltags- und artifiziellen Materialien. Sprachliche Gebilde werden im Sinne einer „Verdinglichung“ realisiert und weiter entwickelt. Gleichzeitig nähert sich die Künstlerin einer dinglichen Übersetzung von poetischen Fragmenten an. Die entstehenden Arbeiten verkörpern den (Material-) Konflikt der Transformation von einer Metapher zum Objekt und pendeln zwischen Fiktion und Wirklichkeit.
ksh-works.tumblr.com


Blauer Bogen mit Ananas, Zeichnung auf Papier, 2017




Judith Kaminski (* 1994 in Kamp-Lintfort)

In Judith Kaminskis Malerei, die durch Muster und Ornament geprägt ist, beschäftigt sich die Künstlerin mit Figur-und-Grund-Beziehungen, sowie mit Illusion und Täuschung. Dabei werden die Bildebenen so eingesetzt, dass sie in der Betrachtung hin und her springen und Vorder- und Hintergrund oft undefiniert lassen. Die prägnanten Formgebilde sind als Träger von malerischer Information - als Leinwand auf der Leinwand, die einen legitimen Raum für ihre blumige Motivik schafft - entstanden. Diese Gebilde erhalten jedoch zunehmend einen autonomen Charakter und tauchen in ihrer Malerei als selbstständiges und selbstverständliches Element auf.
www.judith-kaminski.de


Several works, oil on canvas, 2016/2017




Juli Lee (*1995 in Göttingen)

Juli Lee möchte den Betrachter in eine kleine Welt erzählerisch-installativer Kompositionen entführen, die mit der Erfahrung und Erinnerung von Räumen spielt: Wenn man einen fremden und leeren Raum betritt, kann es passieren, dass dieser Raum lang vergessene Erinnerungen hervorholt. Die Leere wird mit eigenen Erinnerungen gefüllt: Diesen Moment, der zwischen Vorstellung und Erinnerung schwebt, erzeugen Juli Lees Rauminstallationen und sie fängt an, eine Geschichte zu erzählen.
chestnutpear.wixsite.com/meinewebsite


Zeichnung, Buntstift auf Papier, 148x210 mm, 2015




Tamara Malcher (* 1995 in Recklinghausen)

Tamara Malcher arbeitet mit Malerei, Video, Text, Sound. Ein wiederkehrendes Element ihrer Arbeit ist die Beschäftigung mit ungewohnten Blickwinkeln. Ihre Werke verweisen auf die Grenzen der gewohnten Betrachtungsweise im Alltäglichen und auf die damit einhergehende Selektion, die unweigerlich stattfindet. Der Fokus wird auf unbewusste Verhaltens- und Denkmuster gelenkt sowie auf unbeachtete Momente. Eine differenzierte Neugewichtung von selektiven Inhalten aus einem Gesamtkontext sorgen für eine andere Wahrnehmung von Gewohntem und Gewöhnlichem. In der Arbeit für das Künstlerhaus Dortmund wird sich Tamara Malcher mit der Wahrnehmung des ‚Hier und Jetzt‘ auseinandersetzten.
tamaramalcher.wordpress.com


Filmstill aus M.E.T., Video, 2017




Raoul Morales-Marquez (* 1984 in Mexico-Stadt)

Raoul Morales-Márquez arbeitet mit jeglichen Varianten von Video sowie im Bereich Sound mit Lärm/Geräusch. Thematisch setzt er sich in seinen Arbeiten mit den Begriffen der Dekonstruktion und des Abbaus nach der Philosophie Heideggers und Derrida auseinander.
In seiner Arbeit versucht er, dem Betrachter seine Kunstwerke nahbar zu machen. Die sozial-politische Kritik findet für Raoul Morales-Márquez auf direkter und keineswegs subtiler Ebene statt. In seinen Installationen gibt es keinen Raum für prätentiöse und langweilige Kunst: man darf sich der Arbeit direkt nähern, sie anfassen, mitmachen, an/aus schalten
vimeo.com/raoulmm


a-furia, Latex, Elektronik, Mensch, 2017




Cristina Prims Vicario (* 1989 in Katalonien)

Cristina Prims Vicario beschäftigt sich mit den Zusammenhängen und Verbindungen verschiedener Zwischen-Welten und Wahrnehmungszustände. Ob brutale Realität oder Traumwelt; man lebt, stirbt – und filmt. Bewegte Bilder fungieren als Medium, interagieren und beleuchten verschiedene Situationen wie Lebensmittelverschwendung, Flüchtlingskrise oder Waffenexport; es erscheinen aber auch erträumte, farbige, imaginäre Landschaften sowie kosmische Bilder des Weltalls.
Für die Ausstellung „Das Fenster zum Code“ beschäftigt sich Cristina Prims Vicario mit Konzepten, die sich mit Begriffen und Vorstellungen von Tiefe, außerirdischen Wesen und der Grenze zwischen Realität und Fiktion auseinandersetzen. Sie – wir – sind unter uns.
vimeo.com/prims


Cre/iació, Video, 2016




Lioba Schmidt (* 1993 in Brilon)

Der menschliche Körper bildet das Zentrum der künstlerischen Arbeit von Lioba Schmidt. Sie erforscht das Phänomen Körper in Hinblick auf dessen Ausdrucksmöglichkeiten, behandelt die Frage, was von innen nach außen transportiert wird. Menschliche Interaktion, gesellschaftliche Repräsentation, persönliches körperliches Empfinden oder Tanz beschreiben Untersuchungsgebiete. Dabei bewegt sich Schmidts Interesse in gesellschaftlichen Randgebieten, Außenseiterszenen oder Subkulturen. Ihr aktueller Fokus liegt auf dem Themenbereich der Körpermodifikation, wobei sie die Gestaltung des Körpers in indigenen Völkern bis hin zur Mainstreamerscheinung einbezieht.
www.klasseklausmerkel.de/studierende/lioba-schmidt
 

hi, Fotografie, 2017




Veronika Simmering (* 1995 in Viersen)

Veronika Simmering beschäftigt sich mit Wesen und Körpern und deren Motorik und Körpersäften. Sie interessiert sich dafür, etwas scheinbar Lebendiges zu schaffen und gleichzeitig die Facetten von körperlichen Empfindungen wie z.B. Ekel auszuloten. Es wirkt oft im ersten Moment abstoßend, aber bei näherer Betrachtung interessant, vertraut und schön. Simmering zeigt und erforscht ihre eigene Wahrnehmung und begibt sich in einen Prozess, die eigene Umgebung stets zu hinterfragen. Ein wichtiger Teil ist es, in ganz alltäglichen Dingen und Situationen Spannung und Absurdität zu entdecken.


This World, Virtuelle Realität, 2017




Lisa Tschorn (* 1984 in Unna)

Lisa Tschorn lebt in Netzen und fragt in ihren Arbeiten nach den Möglichkeiten von Kommunikation und nach der Produktion von Bedeutungen. Ihre Arbeiten sind Experimente zur Untersuchung von Wirklichkeiten. Sprache spielt eine wichtige Rolle, weitere Materialien sind konzeptabhängig.
Lisatschorn.eu


Lisa Tschorn is a pseudonym, Wandmalerei, 2017



Konzept und Organisation: Johanna Reich und Adriane Wachholz

Abb. Arbeiten ©: die KünstlerInnen
Fotos Eröffnung ©: Jens Sundheim

Freundlich unterstützt durch:
Kulturbüro Dortmund, Sparkasse Dortmund, DEW 21, Kunstakademie Münster