Künstlerhaus Dortmund
Kontakt   Sunderweg 1 | 44147 Dortmund | fon 0231 - 820304 | fax 0231 - 826847 | email buero at kh-do.de
Öffnungszeiten   Büro  Mo + Fr 10 - 14 h Di - Do 10 - 16 h  |  Ausstellung  Do - So 16 - 19 h
DE   EN


auswärts

Das Künstlerhaus Dortmund zu Gast im Kloster Bentlage / Rheine

13. Juli bis 9. September 2018

Eröffnung am Freitag, 13. Juli 2018 um 19 Uhr



Das Künstlerhaus Dortmund ist Spielstätte für Werke aller Kunstrichtungen - Malerei, Bildhauerei und Grafik ebenso wie Fotografie, Film, Video, Klang- und Rauminstallation, Performance und Neue Medien. Dieses Spektrum zeigt sich sowohl in den Arbeiten der KünstlerInnen des Hauses als auch in den Ausstellungen. Zum Ausstellungskonzept des Künstlerhaus Dortmund gehört, dass die künstlerischen Arbeiten der Mitglieder vor Ort ausschließlich in den Ateliers und nur auswärts als Gruppenausstellungen präsentiert werden wie z.B. in Wien, Köln oder zuletzt in Kiel. Ein einziges Heimspiel hatten wir mit der Ausstellung „Ausnahmezustand“ zur Feier des 30jährigen Bestehens des Künstlerhaus Dortmund.
Für die Ausstellung „auswärts“ im Kloster Bentlage/Rheine werden die Arbeiten der 24 KünstlerInnen teilweise ortsbezogen erarbeitet und durch eine intensive Aufbauphase in der Ausstellungshalle der Ökonomie bzw. im Außengelände präsentiert.

Elly Valk-Verheijen und Maria Schleiner, selbst langjährig KünstlerInnen des Hauses und vertraut mit den künstlerischen Positionen der KollegInnen, haben auf der Grundlage von Vorschlägen die künstlerischen Arbeiten für die gemeinsame Präsentation, an der sie selbst auch beteiligt sind, ausgewählt.
Die künstlerischen Arbeiten beziehen ihre Kraft aus der Verbindung, die die KünstlerInnen mit den Dingen und Ideen eingehen. Eine Verbindung, die durch verschwenderischen Einsatz von Arbeit und anderen Ressourcen, die Künstler bereit sind zu geben, in den künstlerischen Arbeiten zum Ausdruck kommen kann.

Kloster Bentlage, Bentlager Weg 130, 48432 Rheine
Zur Eröffnung wird ein Pendelbus zwischen dem Bahnhof Rheine und dem Kloster verkehren.

Beteiligte KünstlerInnen:

Paula de Abrantes, Patrick Borchers, Lisa Domin, Andreas Drewer, Laura Eschweiler, Anett Frontzek, Cornelius Grau, Horst Herz, Barbara Koch, Dagmar Lippok, Willi Otremba, Gaby Peters, Dirk Pleyer, Rona Rangsch, Denise Ritter, Alexander Rütten, Maria Schleiner, Jana Kerima Stolzer, Jens Sundheim, Elly Valk-Verheijen, Adriane Wachholz, Denise Winter, Marco Wittkowski, Uli Weber



Paula de Abrantes


Niña, 2016
Fotobuch-Installation und Fotografien, Inkjet-Prints auf Hahnemühle Photo Matt Fibre 200, verschiedene Größen


Das Projekt „Niña” ist eng mit der Lebensgeschichte und Identität von Paula de Abrantes verbunden. Dabei hat die Künstlerin zunächst begonnen, Mädchen ziellos, aber beharrlich zu fotografieren.Sie ist eingetaucht in das Universum der Mädchen und hat dort etwas Magisches und Wunderbares entdeckt, was sie so in ihrer erwachsenen Welt nicht mehr finden kann. Die Protagonistinnen der Geschichte betrachten uns beim Betrachten, sie haben ein Geheimnis, wissen vielleicht, dass wir es weder sehen noch verstehen können. All das Ungreifbare und Unergründliche, Unsichtbare und doch so Offensichtliche, ohne Form und ohne Namen, wird in der Arbeit vereint. 200, verschiedene Größen



Patrick Borchers


selbstportrait mit blitz, 2017
Fotoanimation, 3:49 min, z.T. Farbe, stumm, Loop, Still


In seinem fotoanimierten Selbstportrait ist Borchers in einer scheinbar nicht enden wollenden Abfolge von Beweisfotos zu erkennen, die seine Verstöße gegen Geschwindigkeits-beschränkungen im Straßenverkehr belegen. Der Bewegungsablauf stoppt abrupt nach unerwartetem Blitzlicht, das Selbstportrait ist aufgenommen und der Künstler ist für die Zeit des Schreckmoments zu begutachten. Der Film läuft weiter und es entsteht über die Zeit ein mehrperspektivisches und alternatives Portrait seiner Person, in dem er in seiner Gesamtsicht nicht zwingend den besten Eindruck hinterlässt.



Lisa Domin

Faxen, 2018
1-Kanal Video, 9:42 min


Die JVA in Gelsenkirchen ist ein Gefängnis-Neubau, der die architektonische Besonderheit hat, dass sich die Frauenabteilung und die Männerabteilung genau gegenüberliegen und nur durch ein großes Sportfeld voneinander getrennt sind. Mich interessiert welche besondere Form der Kommunikation sich unter den InsassInnen entwickelt hat: das so genannte Faxen. Es werden nicht, wie zu vermuten gewesen wäre, Morsezeichen verwendet, sondern einfach die Buchstaben in die Luft geschrieben. Teilweise faxen zwei Leute jahrelang miteinander ohne sich je aus der Nähe gesehen zu haben. Das Faxen ist eine stilles und unendlich langsames Gespräch.




Andreas Drewer


early days of animation, 2018
Videoskulptur, HD Video, 1-Kanal ohne Ton, 6:44 min, Loop, Holz, Spiegelglas, Monitor, 92 x 48 x 70 cm


Die Videoskulptur „early days of animation“ basiert auf einem missglückten Download des gleichnamigen, bei YouTube eingestellten Videos, welches optische Spielzeuge aus der Sammlung von Werner Nekes präsentiert. Das vom Bildschirm direkt abgefilmte Material wurde vielschrittig digital bearbeitet, ohne aber weitere Bildinformationen hinzuzufügen oder den Rhythmus anders als in seiner Geschwindigkeit zu verändern. Eine spezielle Spiegelbox lässt eine skulpturale, rauschhafte Videomalerei entstehen.




Laura Eschweiler / Upper Bleistein

Transwandler, 2011
100 x 250 x 220 cm

 
Die Skulptur rollt an und faltet sich auf. Aber die kinetische Installation im Inneren kann nur von Gegenständen erlebt werden.



Anett Frontzek

Wie Phoenix aus der Asche …, Installation
Tischplatte und Tischböcke, Karteikästen mit Karteikarten in A4, Zeichnungen auf Folie, Gesamtmaße variabel


In ihrer Installation untersucht Anett Frontzek das Fauna-, Flora- und Menschverhältnis des künstlich angelegten Phoenix-Sees auf dem ehemaligen Gelände des „Phoenix“-Stahlwerks. Das Dortmunder Stahlwerk wurde zwischen 2002-2004 von 800 chinesischen Fachkräfte demontiert und nach China zum Wiederaufbau verschifft. 2010 waren die Bauarbeiten an diesem ehrgeizigen Stadtentwicklungsprojekt und den darum herum entstandenen neuen Wohnanlagen, Büros und Freizeitanlagen so weit abgeschlossen, dass mit der Flutung des Sees begonnen werden konnte.
Die Installation "Wie Phoenix aus der Asche ..." umfasst ein Archiv aus mehr als 80 Karteikarten, das Meldungen aus der Tagespresse, sowie Sachinformationen aus Fachbüchern, Wissenschaftsforen und Untersuchungen über das komplexe System des künstlichen Sees, an dem sich eine große Population von Kanada- und Nilgänsen angesiedelt hat, visuell aufbereitet.




Cornelius Grau

Beamer, 2015
Holz, Baumwollstoff, Kabel, Acrylfarbe und Lack, zweiteilig , 89 x 60 x 67 cm + 140 x 60 x 195 cm


Meine Werke aus Holz und Leinwandstoff befassen sich fast immer mit einfachen Alltagsgegenständen und naiven Phantasien. Die Objekte haben per se einen hohen Wiedererkennungswert. Zeitgleich sind sie aber kontrastreich und knallbunt in klaren Linien und Flächen abstrahiert und überinszeniert. Hierdurch gaukel ich einen ironischen und scheinbar unbedarften Umgang mit dem Kunstbegriff und seinen elitären Überhöhungen vor. Folglich setze ich auch vor allem die angeblich „kleinen“ und „belanglosen“ Aspekte des Lebens neu in Szene.



Horst Herz

Das Meer – die Sehnsucht, D 2016-18
Video, Loop


Fragmente aus dem Filmessay »Das Meer – die Sehnsucht« von Horst Herz, D 2016-18. Lange Einstellungen in hoher Auflösung. Geschichten vom Wind. Zeit wird sichtbar.





Barbara Koch

WARTERAUM #7 RubberSouls, 2013
Installation, ca. 100 Objekte, 5 – 50 cm Durchmesser, Höhe 5 – 80 cm, Silikon, fluoreszierende Pigmente


WARTERAUM #7 RubberSouls ist für den Kunstverein Neckar Odenwald in den Räumen des Alten Schlachthauses entstanden. Ausgehend von der ursprünglichen Bestimmung des Ortes beschäftigte ich mich mit der rechtlich geregelten, subventionierten und bürokratisch organisierten “Kulturtechnik” des Schlachtens. Ich stellte mir Fragen zum gesellschaftlichen Umgang mit der maximalen Ausbeutung von fühlenden Lebewesen und der kollektiven Verdrängung dieses Phänomens.



Dagmar Lippok

apartment, 2018
Hemd, Spiegel, Dusche, Fell, Lampe, 35 x 200 cm


Ein Unterhemd, Spiegel und Fliesen, eine Decke und schwellendes Licht definieren eine minimalistische Behausung.



Willi Otremba

o. T., 2013
Enkaustik auf Aluminium , 88 x 100 cm (Ausgangsformat)


Malerei ist eigentlich Farbe.
Nur als Malerei ist Farbe eigentlich.




Gaby Peters

Sorry, Not in Service, Prototypfragment, 2014
beschichtete Mdf-Scheibe, Kunststoffplot, Ø 1,50 m


»Die ursprünglich innerhalb einer Apparatur mit Motor und zwei Sichtfenstern rotierende Scheibe ist im wahrsten Sinne freigestellt. Der technische betriebene Vorgang wird nun durch den Lesevorgang des Besuchers ersetzt, der sich durch den Ausstellungsraum bewegt.« (Arne Reimann)
Foto: Hannes Woidich



Dirk Pleyer

ALBUM K393|18, 2018
Öl auf Leinwand, ca. 22 x 22cm


Malerei zwischen Idylle und Dramatik. Elemente aufsteigenden Wachstums und drohenden Verfalls wechseln sich ab, bilden Umschwünge, spielen mit der Erinnerung an Landschaft. Es ergeben sich Spannungsstufen zwischen abstrahierter Scheinräumlichkeit, neoromantischer Gefühlsregung, klassisch aufgebauter Bildkonstruktion und informeller Gestik. Alles bewegt, alles sinnlich akzentuiert, alles exakt am Ungefähren verortet.



Rona Rangsch


Western Signal, Neufundland, 2016
Video, stumm, 16:9, 7:18 min


Die Arbeit kombiniert Aufnahmen von Cabot Tower auf Signal Hill im Südosten Neufundlands mit solchen vom Western Brook Pond im Gros Morne Nationalpark im Nordwesten. Die Durchdringung der beiden Motive erzeugt quasi eine stark komprimierte Darstellung neufundländischer Identität, die geprägt ist von einzigartiger Landschaft sowie einer überraschend reichen Geschichte.



Denise Ritter

Hölleneingang a, b, c bis z
Hörstück, 25:14 min


Elektroakustisches Hörstück basierend auf Field Recordings von nicht-zugänglichem Gelände sowie Zitaten eines Independent-Musikers und eines Geographen



Alexander Rütten, Jana Kerima Stolzer

NO PROBLEMS / NUR PROBLEME, 2018
Manifest




Maria Schleiner

ohne Titel / Notizen aus Sigmaringen, 2018
Projektion auf gefalztem Papier, 350 x 320 cm, Maße variabel


Prozesse kleinformatigen Zeichnens führen zu Sammlungen von Formen, die auf Dünndruckpapieren notiert werden. Die systematischen Darstellungen werden aus den Papieren ausgeschnitten und zu neuen Kompositionen gefügt. Die ausgeschnittenen Papierstücke formieren sich zu Konstellationen, die auf eine Wand aus gefalzten Papieren projiziert werden.



Jens Sundheim

aus der Arbeit »Variationen nach Strindberg«, 2015/2017
Direktbelichtungen auf 4x5"-Negativ, Handabzüge auf Barytpapier, je 25,2x32 cm

 
Die Arbeit folgt Konzepten des schwedischen Schriftstellers und Künstlers August Strindberg und dessen fotografischen Experimenten der 1890er Jahre. Ziel war es, zu einer reinen, unverfälschten Abbildung der Wirklichkeit zu gelangen. Entstanden ohne Kamera.
www.jens-sundheim.de



Elly Valk-Verheijen

aus der Serie »Rot ist meine Hand«, trapaf 22.2.18_11h., 2018
C-Print hinter Plexiglas, 50 x 60 cm


Die Serie »Rot ist meine Hand« sind Aufnahmen meiner Hand in einer Bewegung im Raum zu bestimmten Tageslichtverhältnissen. Eine Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Zeit. 



Adriane Wachholz

ohne Titel (doline), 2016
HD-Video mit Ton, 5:10 min


Eine kristalline, abstrakte Abbildung formt sich vor dem inneren Auge zu einem vagen Landschaftbild. Die Reflexion der Landschaftsdarstellung bewegt sich trichterartig nach innen und sackt stetig in sich zusammen. Dabei changiert die perspektivische Darstellung der Bewegung zwischen einer Draufsicht und der Frontalperspektive der abgebildeten Landschaft. Die physischen, reflektierenden Bildpunkte werden zum nicht zur Ruhe kommenden, löslichen Gestein. Ausschnitt unter: https://vimeo.com/202721960



Ulrich Weber

2018_01 o.T., 2018
2 Stahlkugeln auf Kantholz und Ast liegend, 150 x 85 x 66 cm




Denise Winter

Fuge_gefaltet17, 2017?
Schreibmaschinenzeichnungen, Papier, Tinte?, Dokumenation der gleichnamigen Performance von 2017, 14 min, Video/Ton: Damian Gorczany, Christian Spieß, Vanesa Colado Miguel


"Fuge_gefaltet17" ist eine Partitur fragmentierter Sprache, die im Juni 2017 im Nevigeser Wallfahrtsdom von einem Sprechchor vorgetragen und durch eine raumgreifende Dia- Projektion von Eisbergen ergänzt wurde. Vorlage für die Partitur sind selbstgeschriebene Gedichte, die auf Reisen der Künstlerin entstanden sind. Diese Texte wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und von Denise Winter auf gefaltetes Papier getippt. Auf diese Weise entstanden fragmentierte Texte, aus denen sie ihre Partitur für mehrere Stimmen entwickelte.
»Fuge_gefaltet17« wurde vom NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Stadt Köln, von der Aktion neue Nachbarn und dem Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln unterstützt.
www.denisewinter.de



Marco Wittkowski

Jesus Is My Best Friend
Collage aus 12 Sofortbildern im Passepartout und Kirschholzrahmen , 50 x 60 cm


Von 1998 bis 2008 führte ich ein visuelles Tagebuch mit der Polaroidkamera. Manche Einträge fügte ich zu Collagen zusammen. Heute führe ich das Tagebuch digital weiter: www.marcowittkowski.de



Kloster Bentlage, Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

Anfahrtswege zum Kloster Bentlage:
www.kloster-bentlage.de/de/servicedialog-de/anfahrt-de

Pendelbusservice:
Freitags und samstags zu den standesamtlichen Trauungen fährt kostenfrei ein Pendelbus zwischen dem Parkplatz an der Saline und dem Kloster Bentlage.
Ebenso fährt der Pendelbus halbe Stunde  vor und nach den Veranstaltungen des Kulturprogramms sowie während ausgewiesener Aktionstage.
Besuchergruppen können diesen Busservice auch ausserhalb der genannten Zeiten gegen eine kleine Gebühr bis 4 Tage im vorraus buchen.
Informationen: 05971/918468



Konzept und Organisation: Maria Schleiner und Elly Valk-Verheijen
Abbildungen Werke ©: die KünstlerInnen
Layout Flyer ©: Dirk Pleyer

Freundlich unterstützt von:
Kulturbüro Dortmund, Sparkasse Dortmund, DEW 21