Künstlerhaus Dortmund
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Artist-in-Residence-Programm

Seit 2005 bietet das Künstlerhaus Dortmund für Künstler aus dem Ausland aller Sparten der Bildenden Kunst eine Artist-Residency in den austellungsfreien Sommermonaten.

Zeitraum:        
4-6 Wochen ab Mitte Juli

kostenfreie Unterbringung:   
Kombinierter Wohn-/Schlafraum, Gemeinschaftsküche, Dusche und WC auf der Etage

kostenfreier Arbeitsraum:  eigenes Atelier

Kostenübernahme durch das Künstlerhaus:    
  • Reisekostenzuschuss zum Künstlerhaus Dortmund bis zu einer Höhe von 500 EUR
  • Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten von 10,00 EUR je Tag in Dortmund
  • nach Absprache und Rechnungsvorlage Produktionskostenzuschuß von bis zu 500,00 EUR

Für die Krankenversicherung ist der Künstler selbst verantwortlich.

Eine Präsentation am Ende des Aufenthaltes wird gerne unterstützt. Dafür übernimmt das Künstlerhaus die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Einladungskarten. Das Künstlerhaus unterstützt die Gastkünstlerin/den Gastkünstler nach Kräften in allen organisatorischen und praktischen Fragen.

Bewerbungszeitraum ist der 1. bis 31. Oktober (Poststempel)


Informationen zu den Bewerbungsunterlagen und -kriterien sowie das Bewerbungsformular gibt's hier:
> Bewerbung



Gastkünstler 2017:

Daniel Nicolae Djamo (*1987 in Rumänien)

Daniel Djamo hat am Department for Time-Based Media der Universität Bukarest studiert und dort 2011 mit einem MFA abgeschlossen. Aktuell ist promoviert er am Department für Bildende Kunst, Kunstgeschichte und Kunst theorie an der Universität Bukarest. Mit einem ERASMUS-Stipendium arbeitete er 2015 und 2016 an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Daniel hat an zahlreichen Artist-in-Residence-Programmen teilgenommen, zuletzt in Österreich, Frankreich, Slowenien und den USA.

Während seines Aufenthalts in Dortmund möchte Daniel Djamo weiter an seinem Projekt Nomadaption arbeiten, das auch Gegenstand seiner Doktorarbeit ist. Mit einem Fokus auf rumänische Einwanderer in West-Europa stellt er darin die Möglichkeit einer erfolgreichen Integration in Frage. Mittels installativen und skulpturalen sowie performativen Elementen möchte Daniel Djamo eine Geschichte von Übergang und Anpassung transportieren.

djamo.weebly.com



Bisherige Gastkünstler:

2016:

Junichiro Ishii (*1975 in Japan), lebt und arbeitet derzeit in Frankreich.

Junichiro Ishii hat Culture and General Education an der Nippon Designers Vocational School in Fukuoka, Japan studiert, wo er 2002 auch seinen BFA and Kyushu Sanyo Universität machte.
Seit 2004 reist er viel und hat an einer ganzen Reihe von Künstler-Residenzen teilgenommen, u.a. in Süd Korea, den USA, Tschechien, Griechenland und Frankreich.
Sein Projekt für Dortmund dreht sich um den Begriff des Haltbarmachens. Gläserne Einmachgläser und Flaschen sowie der Schrott und Ramsch, der typisch ist für unsere Gesellschaft, haben eine zentrale Rolle in seinen Recherche- und Produktionsaktivtäten vor Ort gespielt.
junichiroishii.com


Bottle in Landscape, Präsentationsansicht im Künstlerhaus Dortmund, Foto: Junichiro Ishii


Bottle in Landscape, Detail, Foto: Junichiro Ishii



2015:

Rei Kakiuchi (*1969) aus Japan, lebt und arbeitet in Rotterdam, NL

Rei Kakiuchi studierte an der Kyoto Seika University (BA Textildesign 1993), der Nottingham Trent University of Art and Design (MA 2002) unnd The Dutch Art Institute (MA 2013).
Mit den Medien Zeichnung, Skulptur, Installation, Video und angeleiteter Performance untersucht er die Beziehung zwischen der Natur selbst und der Art und Weise, wie sie vom Menschen wahrgenommen und definiert wird, um seiner These von der Natur als totem Körper Ausdruck zu verleihen.

In Dortmund hat Rei an seinem neuen Projekt mit dem Titel Finger Cap gearbeitet, das die Frage untersucht, wie Menschen die Grenzen zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen, dem Tod und dem Leben wahrnehmen. Dazu kam Skulptur, Handwerkskunst und Performance zum Einsatz, wobei in letztere auch andere Künstler eingebunden wurden. Der Titel bezieht sich auf unsere Finger als apparative Erweiterung unseres Willens; sie zu überziehen, also unkenntlich zu machen, verschleiert nicht nur die Identität sondern verneint nach Ansicht des Künstlers die Existenz an sich.


Finger Cap, Rauminstallation, Details, Künstlerhaus Dortmund 2015, Fotos: Jens Sundheim


Capping a finger is a funny exercise for an experience of living as double ontology. In between presence and absence, here and there... we might become zombies. (Rei Kakiuchi)
reikakiuchi.com


Simon Le Ruez (*1970) lebt und arbeitet in Sheffield, UK und Berlin

Simon Le Ruez studierte am Exeter College of Art, besitzt ein Diplom in Fine Art Sculpture von The City and Guilds of London Art School und einen MA von der Winchester School of Art.
Seine Arbeit dreht sich um Physisches wie um Psychisches, aber im Zentrum steht der Herstellungsprozess. Der Dialog von kleinen Merkwürdigkeiten bringt den Betrachter in die Zwickmühle aus individuellem Leben und einer reichhaltigen Schichtung von Erfahrung durch Form.
Im Rahmen seines Projektes Bridging Dortmund hat Simon ausgehend von Dortmunds Brücken mittels Installation, Fotografie, Skulptur und weiteren Medien eine neue Karte der Stadt gezeichnet.


Bridging Dortmund, Rauminstallation, Künstlerhaus Dortmund 2015, Fotos: Simon Le Ruez

www.simonleruez.net


2014

Chris Bell *1966 in Australien, lebt in Kalifornien, USA

Chris studierte Industrial Design und Bildhauerei am Sydney College of the Arts, wo er 1992 seinen Abschluss machte. Seither stellt er seine bildhauerischen und installativen Arbeiten vorwiegend bei experimentellen Organisationen aus. Er erhielt eine Reihe von Stipendien, Preisen und Aufträgen. Derzeit lebt Chris in der Nähe von San Francisco, wo er kürzlich seinen MFA an der Stanford University absolviert hat. Er hat eine Assistenzstelle an der Stanford University und am San Francisco Art Institute inne.
www.dashdotdash.net


links: Sovereign Powers,Trondheim, NO, 2012; rechts: Sun Swarm, San Francisco, USA, 2013

Während seines Aufenthaltes in Dortmund will Chris sich der Visualisierung von Menge widmen. Er plant eine experimentelle Installation basierend auf einem einfachen, kontinuierlich arbeitenden Zählapparat, um exakte Zahlen aus bestimmten Statistiken - wie nationale und globale Bevölkerungszahlen - wiederzugeben und sie Größen aus der politischen Wirtschaft gegenüberzustellen.


> Präsentation im Laboratorium



2013

George Groshkov (*1986) aus Sofia, Bulgarien
Film, Installation
Residency-Projekt: Unborn Fears

Das Projekt beschäftigt sich mit der Zukunftsangst junger Menschen überall auf der Welt, die in einer Krise zu stecken scheinen - finanziell und emotional. Unaufhörlich protestieren sie, da sie sich von der Zukunft nicht Chancen sondern eine Aneinanderreihung von Misserfolgen erwarten. Ziel ist es, die tiefsten Ängste zu benennen und zu beschreiben, um sie zu verstehen und schließlich auszuräumen. (George Groshkov)


Videostill aus Territories

Präsentation der in Dortmund mit einer Wärmebildkamera entstandenen Videoarbeit IN/OUT

Tara Nicholson (*1976) aus Victoria, BC, Kanada
Fotografie, Installation, Multimedia
Residency-Projekt: Retreat - Somewhere Beyond Nowhere

Mein Projektvorschlag für die Residency beschäftigt sich mit dem Begriff des Rückzuges, indem ich das Verlangen, der Modernität zu entfliehen und die zeitgenössische Form des Pilgertums im Kontext des dramatischen Klimawandels hinterfrage. Aufbauend auf den Arbeiten zu Somewhere Beyond Nowhere aus den letzten zwei Jahren, möchte ich in meinem Atelierraum einen Rückzugsort oder Außenposten bauen. Unter Einsatz von Fotografie, Klang, Video und in öffentlichen Präsentationen werde ich die Parks und Freiflächen in und um Dortmund untersuchen und sie zu Eindrücken aus Nordkanada in Bezug und Kontrast setzen. (Tara Nicholson, taranicholson.com)


zwei Fotoarbeiten aus der Serie Somewhere Beyond Nowhere


Präsentation im Künstlerhaus

2012

Caroline Molusson (* 8.12.76, F)
Installation, Video, Skulptur

Das Künstlerhaus Dortmund hat sich 2012 für Caroline Molusson aus Bordeaux (F) als Sommergast entschieden. Molusson überzeugte die Mitglieder-Jury mit ihren sensiblen Arbeiten, in denen es der Künstlerin darum geht, die natürliche Ordnung der Dinge auf subtile Weise zu stören. Dass dies gleichsam Störungen unserer Rezeptionsgewohnheiten zur Folge hat und sich möglicherweise verfremdend auf unsere Handlungsautomatismen auswirkt, kommt der Künstlerin entgegen. Denn eine der Fragen, mit der sie sich während ihres Aufenthaltes in Dortmund intensiv beschäftigen will, lautet: Wie können wir von einem Kunstwerk berührt werden? 


Eröffnung der Abschlusspräsentation Otherworldly am 3.8.2012, Fotos: Jens Sundheim


passage à vide, Rauminstallation, 2012, Raumeindrücke und Detail, Fotos: Caroline Molusson


Otherworldly, Video, 2012, Foto: Caroline Molusson

www.carolinemolusson.com


2011

Hui Wai Keung (*1973, Hong Kong, CN )

Hui Wai Keung lebt und arbeitet in Hong Kong, China. Er fing erst mit 30 Jahren an, sich aktiv mit Kunst zu beschäftigen. 2002 belegte er seinen ersten Zeichenkurs. Danach studierte er Visuelle und Neue Medien und erhielt 2004 den MFA der School of Creative Media, City University of Hong Kong. Zudem absolvierte er die Hong Kong Art School im Fach Bildende Kunst mit Schwerpunkt Skulptur.
Auszug aus seinem Projektvorschlag:
Recently, I am intrigued by the concept and poetic character of “impossibility”. (...) I am looking for  failed experiments, wrong theories, rejected proposals, or any ridiculous idea. It could be an idea that proved to be wrong as it violates the laws of nature, but which could be possible on a logical basis. Or it could be a legend which is said to be logically impossible, but has been widely believed to be true. (http://www.huiwaikeung.org/)


Abbildungen: Präsentation 'Plastron - another side', 26.8. - 4.9.2011

Fotos ©: Jens Sundheim


2010

Maria Raponi (*1975, Toronto, CA)

Maria Raponi lebt in Toronto und arbeitet mit einem breiten Spektrum von künstlerischen Medien. Ihre Arbeit erkundet die Beziehung von wahrgenommener und interpretierender Erfahrung, zwischen direkter Erfahrung der Welt und dem Versuch der Sinngebung. Diese Beziehung wird durch das Geschichten-Erzählen hergestellt. Die Geschichten, die wir teilen, die Geschehnisse, derer wir uns erinnern und die Orte, die wir erschaffen, helfen uns dabei, unsere Umgebung abzustecken und uns dazu in Beziehung zu setzen. (www.mariaraponi.com)


Präsentation re-site, Eröffnung am 6.8.2010, zusammen mit kunstgruppe GOTTLIEB




re-site, Ausstellungsansichten, Fotos ©: Jens Sundheim

Während ihres Aufenthaltes in Dortmund hat Maria Raponi eine Serie von Lichtkästen realisiert, die zusammengestzte Abbildungen der Decken der Ausstellungsräume des Künstlerhauses zeigen. In dieser ortsbezogenen Arbeit werden die Decken, die sonst die Beleuchtung für die Betrachtung von Werken tragen, zum Thema und Inhalt der Arbeit selbst.
 
Obwohl direkt mit der Architektur verbunden, eröffnen die Bilder einen kontemplativen Raum, den der Betrachter für sich in Anspruch nehmen kann. Statt einen Augenblick fotografisch einzufrieren, besteht jedes Deckenabbild aus einer Vielzahl von Fotografien, die zu verschiedenen Zeiten aufgenommen wurden und daher in Farbigkeit und Lichteinfall variieren.


links: 3e - Künstlerhaus Dortmund, 64 x 52cm, rechts: 3a - Künstlerhaus Dortmund,60 x 51.8cm, Inkjet-Folien; ©: Maria Raponi


2009

Dillan Marsh (*1980, Bristol, UK)

Dillan Marsh aus Großbritannien kreiert mit Hilfe von Objekten, Zeichnungen und Videos eine Welt, in die der Betrachter eingeladen ist einzutauchen. Jedes einzelne Werk ist Teil eines größeren Ganzen und daher nie wirklich beendet bzw. fertig. Die Arbeit in fremden Umgebungen ist für ihn wichtig, um Ideen auszutauschen und allgemein seinen Horizont zu erweitern.
Dillan Marsh studierte am York College Kunst und Design mit Schwerpunkt Fotografie und absolvierte seinen Abschluss in Bildender Kunst an der Universität Bristol mit Auszeichnung.
Er war Erasmus-Stipendiat an der Hochschule der Künste, Berlin und Artist-in-Residence an verschiedenen Orten in Großbritannien und den USA.

In Dortmund hat er im Rahmen seines Book Project eine Maschine zur Verarbeitung von Büchern in Rohmaterial konstruiert, das dann vielseitig verwendet werden kann, z.B. als Baumaterial oder günstiger Treibstoff. Recycling und die Umwandlung von Abfall in Energie spielen bereits in früheren Arbeiten des Künstlers eine Rolle, ohne dass es ihm primär um ökologische Aspekte ginge. Thema ist vielmehr das Buch als tot-gesagtes Medium in einer Zeit von Rezession, steigender Ölpreise und potentieller Klimakatastrophen und seine Verwertung in einer Zeit, in der Überleben wichtiger geworden ist als das Erhalten von Wissen und Kultur.



Die Abbildungen zeigen die abschließende Präsentation seiner Arbeit in seinem Atelier.  






2008

Tamara Fleming (*1983 in Anchorage, USA)

Tamara Fleming besuchte die OC High School of the Arts, Santa Ana, Kalifornien und studierte an der Santa Reparata International School of the Arts, Florenz. 2005 machte sie ihren Abschluss in Bildender Kunst an der University of California Los Angeles. Seit 2005 besucht sie die Akademie der Bildenden Künste Wien.

Während ihres Aufenthaltes in Dortmund hat sie ihre Arbeit fortgesetzt, in deren Rahmen sie die sie umgebende externe Welt studiert, individuell begreift und mittels einer Kombination fotografischer, zeichnerischer, malerischer und installativer Medien auf diese reagiert.





Abbildungen: Abschlusspräsentation im Künstlerhaus


2007

Helen Johnson (*1980, Northcote, AUS)

Die Australierin Helen Johnson aus Northcote, Victoria war im Juni und Juli 2007 unser Gast. 2002 hat sie den Bachelor of Fine Arts an der RMIT University, Melbourne absolviert. Ihre Hauptarbeitsfelder sind raumspezifische Zeichnung und Malerei auf Papier und Wand.

Während ihres Aufenthaltes im Künstlerhaus Dortmund hat sie zum Thema persönliche, häusliche Einrichtungen gearbeitet.



Abbildungen: Eröffnung der Abschlusspräsentation am 27. Juli 2007
Die Dokumentation war anschließend bis zum 23.10.2005 im Laboratorium zu sehen






2006

Anna-Maria Karczmarska (*1981, Krakau, PL)

Die Künstlerin aus Krakau war im Sommer 2006 unser Gast.
Sie studierte an den Kunstakademien von Krakau und Mailand; ihre Arbeitsfelder sind inszenierte Fotografie, Trickfilm, Malerei und Plastik/Objekt.

Ihre Arbeit während des Gastaufenthaltes:
Ernten - Einmachen



Die Arbeit war vom 25. bis 27. August im großen Ausstellungsraum und anschließend bis zum 15.10.2006 im Laboratorium zu sehen


2005

Anna Gonzalez (*1980, Barcelona, ES)

Die Konzeptkünstlerin aus Barcelona wurde für den Aufenthalt 2005 ausgesucht und arbeitete vom 1. Juli bis 15. September 2005 in Dortmund.

Ihre Arbeit während des Gastaufenthaltes:
Vorruhestand


Fotos von Gustel Gawlik

In der Vergangenheit arbeiteten Menschen oftmals bis kurz vor ihrem Tod. Durch die gestiegene Lebenserwartung heutzutage haben gesunde Rentner in der entwickelten Welt bedeutend mehr Zeit, über die sie frei verfügen können. Die Menschen haben sich gewissermaßen Zeit erschaffen. Anna Gonzalez untersuchte diese von Menschen geschaffene Zeit. Durch "Vorruhestand" lernte sie das Leben von Senioren kennen. Zunächst nahm sie an Sommeraktivitäten im 'SeniorenSommer 2005' des Wilhelm-Hansmann-Hauses teil; dann wurde sie in einem zweiten Teil vorübergehend eine Bewohnerin des Seniorenwohnsitzes Nord.